Kernel-Version von Debian herausfinden
Debian 13 „Trixie“ liefert den Kernel der Reihe 6.12, Debian 12 die 6.1er-Reihe. Welcher Kernel auf deinem System tatsächlich läuft, zeigt uname -r in einer Zeile, ohne Root-Rechte. Dieser Artikel erklärt die Befehle für Kernel- und Distributionsversion, den Unterschied zwischen laufendem und installiertem Kernel und wie du den Kernel aktuell hältst.
Warum die Kernel-Version in Debian zählt
Der Kernel entscheidet, welche Hardware Debian erkennt, welche Dateisysteme es einhängt und welche Sicherheitslücken geschlossen sind. Wer ein Treiberproblem eingrenzt, Software mit einer Mindestanforderung installiert oder ein Sicherheitsupdate einordnen will, braucht die genaue Zahl. Der Weg dorthin ist kurz. uname -r genügt, in jedem Terminal, ohne Root-Rechte.
Zwei Zahlen geraten dabei regelmäßig durcheinander: Debian 13 „Trixie“ ist die Version der Distribution, 6.12 die Version des Kernels darin. Sie folgen getrennten Zyklen und brauchen getrennte Befehle. Dieser Artikel zeigt beide und ordnet ein, welcher Kernel zu welchem Debian gehört.
Die laufende Kernel-Version anzeigen
Ein Befehl, eine Zeile Ausgabe:
uname -r
Die Ausgabe endet auf die Architektur, etwa amd64. Davor stehen die Kernel-Version und die ABI-Kennung, die Debian für seine Paketnamen vergibt. Genau diese Zeichenkette taucht im Namen des installierten Pakets wieder auf, und das erklärt den zweiten Befehl:
apt list --installed | grep linux-image
Hier stehen alle Kernel-Pakete, die das System vorhält, auch die älteren, die beim Booten weiterhin im Menü des Bootloaders auftauchen. Der Unterschied ist wichtiger, als er aussieht: uname -r nennt den laufenden Kernel, apt list die installierten. Nach einem Kernel-Update ohne Neustart weichen beide voneinander ab. Wer das nicht weiß, sucht den Fehler an der falschen Stelle.
Weitere Wege zur Kernel-Version
Mehr Details als uname -r liefert die Datei /proc/version:
cat /proc/version
Dort stehen zusätzlich der Compiler, mit dem der Kernel gebaut wurde, und das Datum des Builds. Auf einem System mit systemd fasst hostnamectl Kernel, Distribution und Architektur in einer Ausgabe zusammen:
hostnamectl
In einem Container ohne laufendes systemd bricht dieser Befehl ab. Die reine Paketsicht liefert dpkg, unabhängig von apt:
dpkg --list | grep linux-image
Was genau in dem Paket steckt, das zum laufenden Kernel gehört, zeigt die Kombination aus beidem:
apt-cache show linux-image-$(uname -r)
Wie die gleiche Frage auf anderen Unix-Systemen beantwortet wird, sammelt cyberciti in einer Übersicht der Befehle je Plattform.
Für die dauerhafte Beobachtung eines Servers ist all das zu kleinteilig. Dafür eignet sich eher ein Werkzeug wie Glances, das Kernel, Last und Prozesse in einer Oberfläche zusammenzieht.
Welcher Kernel steckt in welchem Debian?
Debian friert den Kernel je Release ein und pflegt ihn dort mit Sicherheitsupdates weiter. Die Hauptversion bleibt über die gesamte Laufzeit eines Releases stabil. Stand September 2026:
Debian 13 „Trixie“ ist seit dem 9. August 2025 die stabile Version und bringt den Kernel der Reihe 6.12 mit. Aktueller Punkt-Release ist 13.6 vom 11. Juli 2026.
Debian 12 „Bookworm“ ist oldstable, läuft auf der 6.1er-Reihe und wird per Long Term Support bis zum 30. Juni 2028 gepflegt.
Debian 11 „Bullseye“ kam mit Kernel 5.10. Der LTS-Zeitraum endete am 31. August 2026, fünf Jahre nach dem Release.
Debian 14 „Forky“ ist Testing, ein Termin steht nicht fest.
Die Zuordnung stammt aus der Release-Übersicht von Debian und den Release Notes zu Trixie, die den Sprung von der 6.1- auf die 6.12-Reihe ausdrücklich ausweisen. Das Support-Ende von Bullseye steht in der Ankündigung vom 31. August 2026.
Den Kernel in Debian aktualisieren
Innerhalb eines Releases läuft das über die normale Paketverwaltung:
sudo apt update && sudo apt upgrade
Ein Kernel-Update bringt oft einen neuen Paketnamen mit, weil die ABI-Kennung sich ändert. apt upgrade kommt damit zurecht: Laut Handbuchseite installiert es neue Pakete, wenn Abhängigkeiten es verlangen, entfernt aber keine. Vorausgesetzt ist, dass das passende Metapaket installiert ist, auf 64-Bit-PCs linux-image-amd64:
sudo apt install linux-image-amd64
Das Metapaket zieht immer den aktuellen Kernel des Releases nach. Die Release Notes empfehlen genau diesen Weg und nennen uname -r als Probe, falls die passende Architektur unklar ist. Aktiv wird ein neuer Kernel erst nach einem Neustart; bis dahin zeigt uname -r weiterhin den alten Wert.
Eine neuere Kernel-Reihe als die des Releases gibt es über Debian Backports. Die Pakete stammen aus Testing und werden für Stable neu übersetzt. Debian schreibt selbst dazu, dass Backports nicht so ausführlich getestet werden können wie Stable und einzeln ausgewählt werden sollten. Ohne konkretes Hardware-Problem lohnt der Schritt auf einem Server selten.
Häufige Stolpersteine
Die Ausgabe passt nicht zum installierten Paket. Nach einem Kernel-Update ohne Neustart ist das der Normalfall und kein Fehler. apt list --installed | grep linux-image zeigt beide Stände nebeneinander.
Mehrere Kernel liegen gleichzeitig installiert vor. Debian behält alte Kernel bewusst, damit der Rechner auch nach einem missratenen Update noch startet. In Testing und Unstable häufen sie sich schneller an als in Stable. Aufgeräumt wird mit apt autoremove, das den laufenden Kernel stehen lässt.
Das System ist zu alt. Nach dem Support-Ende eines Releases kommen keine neuen Kernel-Pakete mehr an. Dann hilft kein Befehl, sondern nur das Distributions-Upgrade.
Kurz zusammengefasst
uname -r nennt den laufenden Kernel, apt list --installed | grep linux-image die installierten, hostnamectl beides zusammen mit der Distribution. Für die Version von Debian selbst ist cat /etc/os-release der verlässlichste Weg. Wer den Kernel aktuell halten will, braucht das Metapaket und einen Neustart. Mehr nicht.
Häufig gestellte Fragen
Wie kann man die Kernel-Version in Debian überprüfen?
Am schnellsten mit uname -r. Der Befehl braucht keine besonderen Rechte und gibt die Release-Bezeichnung des laufenden Kernels aus:
uname -r
Mehr Kontext liefert /proc/version. Dort stehen zusätzlich der Compiler und das Datum, an dem der Kernel gebaut wurde:
cat /proc/version
Auf Systemen mit systemd zeigt hostnamectl Kernel, Distribution und Architektur in einem Aufwasch:
hostnamectl
Alle drei Befehle beantworten dieselbe Frage in unterschiedlicher Tiefe. Für die Prüfung einer Software-Mindestanforderung reicht der erste.
Was ist die aktuelle Version des Debian-Kernels?
Das hängt vom Release ab. Debian 13 „Trixie“, seit dem 9. August 2025 die stabile Version, liefert den Kernel der Reihe 6.12. Debian 12 „Bookworm“ bleibt bei 6.1, Debian 11 „Bullseye“ bei 5.10. Innerhalb eines Releases wechselt die Hauptversion nicht mehr, Sicherheitsupdates ändern nur die hinteren Stellen.
Welcher Kernel tatsächlich läuft, beantwortet nur das System selbst:
uname -r
Weicht das Ergebnis von der Reihe des Releases ab, stammt der Kernel aus den Backports oder aus einer selbst gebauten Installation.
Wie prüft man die OS-Version unter Debian?
/etc/os-release ist der Weg, der überall funktioniert. Die Datei stammt aus dem Basispaket base-files und ist deshalb auf jedem Debian vorhanden:
cat /etc/os-release
Ausführlicher, dafür nicht überall installiert, ist lsb_release:
lsb_release -a
Der Befehl zeigt Distributor, Versionsnummer und Codename. Fehlt er, liegt das am Paket lsb-release, das auf schlanken Installationen nicht mitkommt. Nachinstalliert wird es mit sudo-Rechten:
sudo apt-get install lsb-release
Debian-Version und Kernel-Version sind zwei verschiedene Angaben. Die zweite beantwortet:
uname -r
Was ist die Standard-Kernel-Version von Debian 11?
Debian 11 „Bullseye“ erschien am 14. August 2021 mit dem Kernel 5.10, einer Reihe mit Langzeitpflege. Debian hat sie über die gesamte Laufzeit des Releases beibehalten und nur Sicherheitsupdates eingespielt. Eigene Kernel aus den Backports oder aus dem Quelltext waren möglich, blieben aber die Ausnahme.
Diese Laufzeit ist vorbei. Der Long Term Support für Bullseye endete am 31. August 2026, fünf Jahre nach der Veröffentlichung. Wer die Frage heute stellt, weil er ein solches System betreibt, braucht deshalb weniger eine Kernel-Nummer als einen Upgrade-Plan: Debian 12 wird bis zum 30. Juni 2028 gepflegt, Debian 13 darüber hinaus. Für einen Teil der Bullseye-Pakete bieten Dritte kostenpflichtiges Extended LTS an.